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Chapter 1

"Nein!", schrie ich. "Nein, das kann einfach nicht sein! Ich bin NICHT schwanger!" Mit wilden Geärden versuchte ich, meinen Worten Nachdruck zu verleihen. Warum wollten sie mir alle nicht glauben? Wer hatte ihnen denn diesen Floh ins Ohr gesetzt?

Ich rannte so schnell ich konnte aus dem Haus, blickte nach links und rechts, um mich zu orinentieren. Wo war ich  hier? Das Haus, in welchem ein Bett mit weißen Bettbezügen und ein PC standen, war mitten in einer waldigen Schlucht. Hier war sonst nichts. Kein Haus, keine Straße. Wie angewurzelt blieb ich stehen. Die Menschenmasse, die sich erst um mein Bett geschart hatte, wälzte sich langsam aus dem Haus in meine Richtung. Wer waren diese Menschen? Ein paar bekannte Gesichter waren schon darunter. Am erschreckensten war, meine Mutter und meine Großmutter waren unter diesen Leuten. Und sie - selbst sie - waren der festen Meinung, ich sei schwanger. Schwanger sein. Welch ein Alptraum! Wie kommen sie auf die Gedanken?

"Hör auf, komm her! Du musst dich hinlegen und ausruhen. Es ist nicht mehr lange bis zur Geburt.", meinte ein älterer Herr in schwarzem Anzug und Zylinder. Ich muss hier weg, schießt es mir durch den Kopf und ich renne weiter. Wenn doch nur jemand hier wäre, der mir glaubt und es den anderen klar machen könnte... 

"Syrian!", warum bin ich nicht schon früher auf den Gedanken gekommen? Prompt drehe ich mich herum und renne wieder zurück zum Haus. Kaum dort angekommen setze ich mich an den PC und versuche, meinen Freund Syrian im Chat zu erreichen. Ein Wunder - er ist da! Schnell tippe ich mit fahrigen Fingern mein Problem ein und sende ihm einen Hilferuf - schon umringen mich wieder die mutmaßlichen Familienangehörigen. Sie wollen mich ins Bett ziehen, doch ich winde mich und schreie, dass ich schon selbst weiß, was zu tuen sei. Insgeheim hoffe ich, dass Syrian bald da ist, um sie alle zur Vernunft zu bringen. 

"Gut, dass du endlich vernünftig geworden bist und nun auf uns hörst, wir wollen doch nur dein Bestes.", sagt meine Großmutter lächelnd, als sie mich mit sanfter Gewalt ins Bett drückt und zudeckt. "So eine Geburt ist nicht immer ganz einfach, ich weiß, wovon ich rede, ich habe fünf davon hinter mir...", doch ich höre längst nicht mehr zu. Ich füge mich nun zeitweise meinem Schicksal, hoffe auf baldige Rettung. 

"Yoa!" - ich  schaue zur Tür um zu sehen, wer mich da gerufen hat. Er ist es! Syrian, denke ich glücklich und rapple mich etwas auf, will ihm schon dankbar in die Arme sinken als ich feststelle, dass es leider nicht Syrian ist. Es ist nur ein weiterer Familienangehöriger, der ihm sehr ähnelt. Der Alptraum scheint kein Ende zu nehmen und ich kämpfe mich erneut aus den Decken, um aus dem Haus zu laufen.

Draußen begegnen mir Gestalten in weißen Kitteln. "Haltet sie auf! So viel Aufregung vor eimem Kaiserschnitt ist schädlich für Mutter und Kind!", rufen wie mir hinterher, doch ich kann knapp den Händen entkommen und schlage mich in weniger wegsames Gelände, um die Meute abzuhängen.

Büsche, Bäume, ein kleiner Bach - alles das fliegt förmlich an mir vorbei und plötzlich steht er vor mir, winkt mich zu sich - Syrian. Endlich - oder doch nur wieder ein Trugbild? "Komm hier her, ich bin es! Schnell!", die Stimme erkenne ich doch sofort. Und es ist wahr, er ist es wirklich. Er überredet mich, zu dem Haus und den Menschen zurück zu gehen, um endlich alles auf zu klären.

"Die können dir doch nicht einfach den Bauch aufschneiden!", meint er grimmig. "Das werde ich zu verhindern wissen."

Als wir zum Haus kommen, stehen die Weißkittel grimmig vor mir. Die ganze Familie schart sich um mich und dann geht das Donnerwetter los: "Was fällt dir eigentlich ein?", "Wie stellst du dir das vor?", "Wie kannst du es wagen", und viele andere Vorwürfe waren dabei.

Ich wusste nicht, woran ich jetzt schon wieder Schuld war, aber so lief das schon, seit ich klein war. Yoa war hier ran schuld, daran auch und - ach das hat sie auch wieder falsch gemacht! 

"Wie kannst du uns einfach weiß machen wollen, dass du schwanger und kurz vor der Entbindung bist, wenn es doch gar nicht wahr ist?", klagte mich meine Mutter an. Syrian hielt mich fest im Arm, doch ich kämpfte mich frei. 

"Wer wollte hier wem bitte den Bauch aufschneiden?!", brüllte ich. Nun ließ ich meinem Zorn freiem Lauf: "Ich habe nie behauptet, schwanger zu sein! Und außerdem - es geht euch ja wohl nichts an, was in meinem Bauch ist oder nicht. Denkt ihr, ich würde es euch - gerade euch - auf die Nase binden? Eher würde ich Seife essen!"

Meine Großmutter trat, rot vor Wut, vor und rief: "Du undankbares Miststück! Wie kannst du nur... ich sollte... ich werde...", doch irgendwie fiel ihr kein richtiges Ende für diesen Satz ein. 

"Es ist mir scheißegal, was du denkst. Es ist mir scheißegal, was ihr alle denkt!", schrie ich mit einem Blick in die Runde. "Und jetzt verpisst euch! Alle samt!!"

Voller Empörung starren mich die Leute an, ziehen gereizt ihre Wintermäntel wieder an und stapfen langsam, Einer nach dem Anderen, fort.

"Bitte... lass uns gehen, schnell!", bitte ich Syrian, der mich genau so erstaunt ansieht. Eigentlich kennt er mich nicht so. Nicht aufbrausend, oder zornig. Ich bin immer ein ruhiger Mensch, der oft einsteckt, aber eigentlich nie austeilt.

"Klar. Kann ich gut verstehen. Komm, gehen wir da rüber...", meint er und führt mich am Bach entlang, bis wir zu einer Straße kommen. Wir reden nicht. Aber er drückt mich beim gehen nah an sich und es tut mir gut zu wissen, dass jemand da ist für mich.

"Danke.", sage ich leise, als wir endlich den großen Spiegelsee erreichen und stehen bleiben. "Hey, dafür bin ich doch da.", sagt Syrian lächelnd und streicht mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Was war das eigentlich für ein Alptraum, was sollte das alles?", traut er sich nun endlich zu fragen. "Es... ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, warum alle dachten ich sei schwanger und mir den Bauch aufschneiden wollten. Ich weiß nur, dass ich Angst habe. In letzter Zeit passieren so komische Sachen... Syrian, ich...", doch weiter kam ich nicht.

Schweiß gebadet und mit einem unguten Gefühl wachte ich auf. Ein Traum? 

Die Sonne stand schon recht hoch, ich musste lange geschlafen haben. Ich verließ das Bett und zog mich an, packte meine kleine Tasche mit allem Nötigem und beschloss, Syrian zu kontaktieren. 

Ich setzte mich also an den PC, öffnete den Chat und schrieb:

 

Hi Syr,

ich weiß, das kommt jetzt komisch rüber, aber ich muss dich sofort sehen! Ich habe etwas sehr komisches geträumt, über das ich gerne reden möchte... 

Liebe dich!

Yoa

 

>Fortsetzung folgt<

 

4.9.08 16:35
 


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